Mitglied der International Aikido Federation (IAF) und der European Aikido Federation (EAF) - Vom Hombu Dojo Tokio anerkannter Fachverband

Presseecho


Philosopie des Aikido wird Bestandteil des Lebens

Potsdamer Kampfsportclub war der erste Verein seiner Art in Brandenburg

Potsdam, 31.03.2016, RONNY MÜLLER

POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN

Aikido-Kampfkunst in der Motorhalle

Einer der ranghöchsten Lehrer weltweit unterrichtete erstmals in Potsdam

Potsdam, 24.10.2007, JÖRGEN HELLER

Geschmeidig, als würde ein Tanz aufgeführt, üben zwei Schüler in ästhetisch anmutenden Bewegungen eine Wurftechnik. Unter den Augen des Meisters, der Wohlgefallen ausstrahlt, endet die Aufführung mit dem Klatschgeräusch des Niedergestreckten, der unwiderruflich auf der Matte liegen bleibt.
Die Sporthalle des SV Motor Babelsberg war am Wochenende Schauplatz eines großen Aikido-Seminars, zu dem etwa einhundert Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands sowie aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei nach Potsdam angereist waren. Geleitet wurde dieser Lehrgang in der japanischen Kampfkunst vom Bundestrainer Katsuaki Asai, der als einer der ranghöchsten Lehrer weltweit gilt. Aikido, was soviel bedeutet wie „Der Weg der Harmonisierung des Ich mit der universellen Energie“ wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Großmeister Morihei Uyeshiba begründet. Er schickte Meister Asai vor 40 Jahren persönlich nach Deutschland, um diese Budo-Kampfkunst, die tief in der japanischen Tradition und Kultur verwurzelt ist, hier zu lehren.
Ein kurzes Schreien des Meisters und alle Schüler beenden ihre Übungen, um sich ehrfürchtig am Mattenrand niederzuknien. Asai exerziert eine neue Übung mit einem Aikidoka, wie ein Schüler genannt wird, währenddessen absolute Stille in der Halle herrscht. Kurz darauf finden sich wie auf Knopfdruck wieder Paare zusammen, um die gezeigte Übung in gedämpfter Lautstärke zu verinnerlichen.
„Dieses Seminar ist wirklich außergewöhnlich. Man lernt sehr viel vom Meister, der ganz neue Aspekte des Trainings anspricht“, meinte Marcus Haas aus Potsdam. Asai, der zum ersten Mal im Land Brandenburg unterrichtete, hatte laut Seminar-Organisator Sebastian Böwe einen positiven Eindruck von der Aikido-Abteilung Potsdam: „Meister Asai fühlte sich sichtlich wohl bei seinen Schülern in der Motorhalle und wird sicherlich wieder einmal herkommen.“
Resümierend sieht Böwe den Lehrgang als absolut gelungen an: „Die Organisation in Zusammenarbeit mit Motor Babelsberg klappte hervorragend. Das Seminar stieß beiderseits auf eine derart hohe Resonanz, so dass wir neue Lehrgänge einplanen können.“
Wer unabhängig von seinem Alter und seiner Konstitution schon nach kurzer Zeit eine Steigerung der Kondition und des Wohlbefindens erleben möchte, ist in der Motorhalle am Konsumhof jederzeit willkommen.


Die defensive Kampfsportart

AIKIDO / Bundestrainer Katsuaki Asai erstmalig in Potsdam

Potsdam, 23.10.2007, KARL SCHÖNEBURG

Die meisten Menschen assoziieren mit Kampfsport, dass man seinen Gegner mit Tritten und Schlägen bezwingt. Dass es auch andere Wege gibt wissen die Wenigsten.
Aikido ist solch ein Weg. Das Prinzip dieser betont defensiven Kampfkunst ist grundverschieden von den
meisten anderen Kampfsportarten. Das Ziel ist es, die Kraft des gegnerischen Angriffes abzuleiten und sie zum eigenen Vorteil zu nutzen. Durch Wurf- und Haltetechniken wird der Kontrahent zu Boden gebracht. Demzufolge sucht man nach Angriffstechniken vergeblich. Von außen betrachtet wirkt Aikido sehr harmonisch, fast tänzerisch. Nicht auf Sieg oder Niederlage kommt es an, sondern darauf, im gemeinsamen Üben das Gleichgewicht zwischen Geist und Körper zu finden. An der Verbreitung in Deutschland hat der Japaner Katsuaki Asai einen großen Anteil. Nach einer verlorenen Rauferei kam er zum Aikido und wurde 1965, im Alter von 23 Jahren, vom Entwickler des Aikido in die Bundesrepublik geschickt, um diese Kampfsportart populär zu machen.
Am letzten Wochenende war Katsuaki Asai im Aikido Dojo Potsdam und hielt ein Seminar ab. Für Anhänger dieser modernen japanischen Kampfkunst war es die Möglichkeit, von einem der weltweit ranghöchsten Aikidiolehrer (8. Dan) zu lernen. Da war es nicht verwunderlich, dass mehr als 100 Teilnehmer in die Motorhalle in Babelsberg pilgerten. Das Teilnehmerfeld war breit gefächert, da Aikido von Menschen jeder Größe und jeden Alters praktiziert werden kann.

Zurückhaltend im Hakama

Meister Asai vermittelt in Deutschland seit 40 Jahren die asiatische Kampfkunst Aikido. Trotz des martialisch anmutenden Auftritts stehen dabei friedliche Beweggründe im Vordergrund

Düsseldorf, taz Ruhr Nr. 7625 vom 29.3.2005, Seite 4, ROLAND LEROI

Wenn Katsuaki Asai im Hakama mit einem Jo oder dem Bokken hantiert, hört sich das ziemlich gefährlich an. "Das ist es aber nicht", sagt der Japaner mit ruhiger Stimme. Der 63-Jährige macht dabei einen ausgeglichenen Eindruck - und das soll auch so sein. Denn der Mann, der sich von seinen Schülern nur Meister Asai rufen lässt, lehrt die Kampfkunst Aikido. "Es kommt nicht darauf an, einen Gegner möglichst schnell zu zerstören, sondern ihn zu neutralisieren", erklärt er seine friedlichen Beweggründe.

Im Unterschied zu anderen Kampfsportarten wie Judo oder Karate werden beim Aikido mit verschärfter Wahrnehmungskraft vornehmlich aus der Defensive heraus Verteidigungstechniken geübt. "Energie und mentale Leistung stehen im Vordergrund", sagt Meister Asai, der sich in gewisser Hinsicht als Missionar sieht. Schließlich war es Morihei Ueshiba, der Begründer des Aikido, der seinen Lehrling einst von Japan nach Deutschland schickte, um die Kampfkunst hierzulande populär zu machen.

40 Jahre ist das jetzt her. "Ich war ein junger Mensch und hätte nicht gedacht, dass ich mal ein professioneller Lehrer werde", sagt Meister Asai, der damals eigentlich nur zweite Wahl war. "Morihei Ueshiba wollte einen anderen Schüler nach Deutschland schicken, der machte aber plötzlich in seiner Firma Karriere und ich wurde stattdessen ausgewählt", erinnert sich der Japaner.

Schwer sei es zunächst gewesen, Menschen für Aikido zu begeistern. "Mit den Jahren wurde der Zuspruch aber größer. Während sein Lehrmeister 1969 verstarb, betreibt Asai mittlerweile in einem Düsseldorfer Hinterhof eine anerkannte Aikido-Schule, bei der durchschnittlich rund 200 Sportler Kurse belegen. "Es könnte mehr sein, aber ich bin nicht unzufrieden", sagt er. Weit über 20.000 Aikidokas sind bundesweit in Vereinen organisiert. Im Juli, bei den World Games ist Aikido sogar als Einladungssportart vertreten. Meister Asai wird dann in Mülheim/Ruhr eine Auswahl seiner Künste zeigen.

Medaillenanwärter werden hier allerdings vergeblich gesucht, denn Aikido kommt ohne Wettkampf und Leistungsdenken aus. Es gibt keine Ligen oder Meisterschaften und auch kein festes Regelwerk. Die Sportler halten sich an traditionelle Etikette und verinnerlichen die Grundprinzipien ihrer Kunst: Achtsamkeit, Konzentration und den Umgang miteinander.

In der Praxis versucht ein Aikidoka daher die Angriffe seines Gegners, der eher den Stellenwert eines Partners hat, in die eigenen Bewegungen aufzunehmen. Hierbei gibt es unzählige Techniken. So ist es ein Ziel, die Handgelenke des Partners zu greifen, um dessen Angriff verpuffen zu lassen. Um Handgelenke und Grifffläche zu verlängern, wird oft mit dem so genannten "Jo" (japanisch: Stock), dem "Bokken (Holzschwert) oder dem "Tanto" (Messer) trainiert. Wer die Prüfung zum 1. Dan abgelegt hat, darf die Übungen im Hakama, einem Faltenrock, absolvieren. Meister Asai hat längst den siebten Dan als höchste Stufe erreicht.

Wie viele Techniken es gibt, vermag selbst Meister Asai nicht zu sagen. "Jeder Mensch greift individuell an, man muss sich ständig neu einstellen", erklärt der 63-Jährige, der daraus schließt, dass seine Mission noch lange nicht beendet ist: "Ein Aikidoka lernt nie aus, keiner ist perfekt."

Wichtig sei eben eine geschulte Wahrnehmungskraft, die das Erkennen von Situationen schafft. Meister Asai weiß die "Nebeneffekte" zu schätzen, denn Aikido dient auch zum Abbau von Aggressionen. Alter oder die Körpergröße seien in dieser Hinsicht absolut sekundär, weil die Athleten darin unterrichtet werden, ihre gesamte Energie so einzusetzen, dass sie auch gegen kräftigere Partner bestehen können. Deshalb glaubt Meister Asai, dass er seine Kunst noch einige Jahre vermitteln kann. Reif für die Rente fühlt er sich noch lange nicht. Außerdem müsse er ja noch seinen Nachfolger, der dann quasi Oberlehrer der deutschen Aikido-Gemeinde wird, bestimmen. "Momentan sehe ich keinen, der in diese Rolle schlüpfen kann", meint er. Seine Mission sei eben noch nicht beendet.